
Nach zwei traumhaften und warmen Sechseläuten zeigte sich Petrus am diesjährigen von der trübsten Seite. Keine Minute blinzelte die Sonne hervor, nasskalt war klar im Übermass. Nichts desto trotz herrschte frohgelaunte Stimmung. Da der Kinderumzug dieses Jahr zum 150. Mal durchgeführt wurde, standen die Knirpse klar im Vordergrund (offiziell 3'047). Auch fast noch „Kinder“ marschierten in der ersten Reihe des Tambourenglides mit (Neuling: Raphael, Jan und Pascal). So konnten die Newcomer ideal am Sonntag ihre Schuhe, die historische Biedermeier Uniform, sowie das emsige Treiben in der Grossstadt testen und kennenlernen.
In unserem Zunftlokal, dem Luxushotel Marriott, wurden wir wie immer exzellent kulinarisch verwöhnt. Die noch sehr junge Stadtzunft, die 1867 als erste der „neuen“ Zünfte gegründet wurde, imponierte diesmal mit einem hochkarätigen Gast. Bundesrat Johann Schneider-Ammann stand zu oberst auf der Gästeliste. Den ganzen Tag scharf bewacht von mehreren Bodyguards, begleitete er mit der scharmanten Weibelin unsere Zunft. Noch beim Aufstellen und Positionieren des ganzen Trosses (über 200 Personen; Zünfter, Zunftveteranen, Stubengesellen, Schankburschen, Reitergruppe und Zunftspiel), begrüsste der volksnahe Bundesrat uns persönlich. Göfe durfte sogar ein kurzes Interview geben. Selbstverständlich fehlte ein Erinnerungsfoto nicht. Später, während des Bööggs Verbrennens durften wir auch den Amtskollegen Ueli Maurer für einen Schnappschuss gewinnen. Etwas perplex und überrascht waren wir schon, als der Magistrat uns aufforderte, sich bei ihm anzumelden. Mit der Erklärung, wir seien Tambouren, keine "Armeeler" war die Antwort gegeben… Mit dem Mordsklapf um 18:12:07 wurde der Böögg erledigt, einen schönen Sommer soll es werden…
Mit dem traditionellen Auszug am Abend und dem Besuch von drei Zunftlokalen endete das Sechseläuten. Etwas ausgelaugt kehrten wir cirka um 02:45 Uhr nach Hause. Bilder dazu in der Fotogalerie