Jahresrückblick aus dem Jahr 2020


Eigentlich weiss ich nicht so recht, was ich in diesem aussergewöhnlichen Jahr so schreiben soll. Lange war ja überhaupt nichts los und viele der gesetzten Termine wurden radikal gestrichen - Corona lässt grüssen! Trotzdem, es gibt immer was zu erzählen… Bereits im Sept. 2019 wurde bekannt, dass die Jahreskonzerte im Januar mit der MG Muhen nicht stattfinden werden. Der Neubau der Turnhalle Breite war in Bauverzug und so war dann die Tambouren Agenda im Januar praktisch leer. Wenigstens die interne Vereinsmeisterschaft im Kartfahren fand statt. Im Rennen stand Jan Z. als souveränen Sieger fest, dicht gefolgt von Robin R. und Ralph H. (Göfe). Immer mal wieder hörte oder las man in den Medien das Wort "Corona". Eine grosse Beachtung schenkte man diesem Wort im Januar noch nicht! Eine 6-er Delegation sportbegeisterter Skifahrer verbrachten anfangs März, zusammen mit der MGO, das Skiweekend in Grächen. Im März waren vier Showauftritte an den Musikabenden in Muhen und einer in OE geplant. Voller Freude durften wir die Hauptrobe in der neuen Turnhalle in Muhen absolvieren. Doch der neuartige Covid-19 Virus schwappte auch auf die Schweiz über. Knall auf Fall wurde alles runtergefahren und abgesagt. Die geplante Uraufführung war somit passé. Am darauffolgenden Montagabend wurde der Lockdown vom Bundesrat verordnet. Ab dann gab es kein Vereinsleben mehr. Alles stand still und die geplanten Auftritte bis in den Sommer wurden laufend abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Keine Musikabende, kein Sechseläuten, Dorffest-Muhen, Äntefescht und Muri Tattoo konnten nicht stattfinden. Ebenfalls das Frühlings-Probeweekend und die Frühlingszusatzproben canzelten wird, da auch bereits das Zentralschweizerische Trommler u. Pfeiferfest in Kirchberg um 2 Jahre verschoben wurde. Statt Mittwoch nichts tun, starteten wir am 15. April die erste Onlineprobe mittels Software Zoom. Einen solche Versuchung via Internet hatte dann so seine Tücken. Je nach Übertragungsgeschwindigkeiten klappt es mal besser- oder schlechter und die Trommelschläge auf dem Böckli hörte man zeitverzögert. Eine effiziente Lösung ist das natürlich nicht, aber wenigstens geht das Vereinsleben nicht ganz verloren. Die Bild- und Sprachqualität war recht passabel. Obwohl die GV ebenfalls Online gehalten wurde, dauerte diese fast bis Mitternacht! Nach dem harten Lockdown gab es häppchenweise kleinere Lockerungen. Nach zwölf langen Wochen war es wieder soweit, dass die erste physische Vereinsprobe stattfinden konnte. Natürlich wurden beim Wiedersehen nicht die Hände geschüttelt, sondern eine Begrüssung fand im neuen Stil via Ellbogen/Fuss statt. So durften wir bis zu den Sommerferien noch fünf Zusammenkünfte im Lokal durchführen und diverse Trommelstücke auffrischen. In der langen Zwangspause wurde so einiges vergessen. Nach den Sommerferien, die wohl die meisten Tambouren in der Schweiz verbrachten, begann am 12. August der Probebetrieb wieder. Aus dem erhofften ersten Konzert, dem Laternenkonzert in Muhen, wurde dann Corona bedingt leider auch nichts. So beschäftigten wir uns bereits im August mit einem neuen Rhythmusstück. Unser OK-Präsident vom letztjährigen Jungtambourenfest feierte am Mittwoch 26. August seinen 65. Geburtstag. Wir nutzten diese Gelegenheit und trommelten zur Feier des Tages ein kurzes Konzert in seinem Garten. Auch die Jungtambouren integrierten wir in den Auftritt. Der "Zwergenaufstand" als gemeinsames Projekt war gut gelungen. Übrigens war es unser erstes Konzert nach neun Monaten (letzter Event fand am 29./30. November 2019 bei den Mitternachtsshows beim TV Hirschthal statt). Weitere Vereinsproben folgten mittwochs. Anfangs Oktober stiegen die Fallzahlen rasant an und über die zweite Welle konnte niemanden mehr hinwegsehen. Ab dem 21. Oktober war die Maskenpflicht im Probelokal leider unumgänglich. Das in den Herbst verschobene Probeweekend wurde dann kurzfristig erneut abgesagt. Am Mittwoch 28. Oktober verordnete der Bundesrat, einmal mehr, schärfere Massnahmen – dennoch durften wir als eher kleiner Verein den Unterricht aufrechterhalten. So blieb nichts anderes mehr übrig als Woche um Woche zu Proben für Konzerte, die irgendeinmal stattfinden werden. Corona bedingt verabschiedeten wir uns etwas früher als gewohnt in die Weihnachtsferien. Dieses hochansteckende kleine Unding hat uns noch fest im Griff und wirbelt unsere Pläne immer wieder durcheinander. Das war es auch schon mit dem Jahresbericht. So viel Spannendes gab es leider nicht zu berichten, da fehlten uns halt wirklich die geplanten Auftritte wie auch die Jugend- und Dorffeste. Mit nur insgesamt 43 Zusammenkünfte war es ein absolutes minus Jahr. Hoffen wir auf ein trommlerisches 2021 oder dann auf 2022?

 

Christoph Künzle, April 2021